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Reinhold Messner





Reinhold Messner

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Reinhold Messner
auf dem Bozener Speckfest, Mai 2004

Reinhold Andreas Messner (* 17. September 1944 in Brixen) ist ein Extrembergsteiger, Abenteurer, Buch- und Filmautor (u. a. über seine Expeditionen) und Politiker aus Südtirol, Italien.[1] Er ist der erste Mensch, der auf den Gipfeln aller 14 Achttausender stand (1970–1986). Zudem war er der zweite Mensch, der die Seven Summits erreichte (1986).

Messner stammt aus Villnöss in Südtirol und ist Ehrenbürger der Gemeinde. Heute lebt er in Meran und im Juli/August auf seinem unter Denkmalschutz stehenden Schloss Juval am Eingang des Schnalstals im Südtiroler Vinschgau. In dem Bergdorf Sulden am Ortler züchtet er Yaks und hat in einem renovierten Bergbauernhof das Restaurant Yak und Yeti eingerichtet. Er unterhält außerdem das Messner Mountain Museum. Sein Zweitwohnsitz ist München.

Messner war von 1972 bis 1977 mit Uschi geb. Demeter verheiratet. Aus seiner Verbindung mit Nena Holguin stammt eine Tochter. Eine neue Lebensgefährtin fand er in der Wiener Textildesignerin Sabine Stehle, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat.

Messner ist einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Bergsteiger. Dazu trug neben seiner starken Selbstvermarktung und Medienpräsenz mit häufig polarisierenden Äußerungen zum Bergsteigen auch die Diskussion um den Tod seines Bruders Günther Messner am Nanga Parbat im Jahr 1970 bei, bei der seine Darstellung der Ereignisse von seinen damaligen Bergkameraden in Zweifel gezogen wurde.

Messner hat Vermessungskunde an der Universität Padua studiert. Ein Jahr lang unterrichtete er ohne Abschluss seines Studiums Mathematik an einer Mittelschule.

Er ist Politiker der Südtiroler Grünen. Vom 20. Juli 1999 bis zum 19. Juli 2004 vertrat er die italienischen Grünen im Europäischen Parlament.

Inhaltsverzeichnis

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Bergsteigerische Leistungen bis 1970 [Bearbeiten]

Reinhold Messner machte bis 1970 vorwiegend durch seine Leistungen in den Alpen auf sich aufmerksam. Zwischen 1950 und 1964 führte er über 500 Klettertouren, meist in den Dolomiten, durch. 1965 beging er die direkte Ortler-Nordwand als erster. Ein Jahr später beging er den Walkerpfeiler der Grandes Jorasses und die Rocchetta Alta di Bosconero. 1967 führte er die erste Begehung der Civetta-NW-Wand, der Agnér-Nordostwand und die erste Winterbegehung der Agnér-Nordkante durch. 1968 folgten die nächsten Erstbegehungen, die des Heiligkreuzkofel-Mittelpfeiler und die der direkten Marmolata-Südwand. Im folgenden Jahr nahm er an einer Anden-Expedition teil. Zudem machte er die erste Alleinbegehung der Droites-Nordwand, der Philipp-Verschneidung an der Civetta sowie die der Südwand der Marmolata di Rocca. Durch seine Leistungen hatte er den Ruf, einer der besten Bergsteiger in Europa zu sein. Deshalb wurde er im Jahr 1970 zu einer großen Himalaya-Expedition eingeladen. Auf Grund seiner späteren Erfolge kann das Jahr 1970 als einer der Wendepunkte in Messners Leben angesehen werden.

Besteigungen der Achttausender [Bearbeiten]

Reinhold Messner bestieg als erster Mensch und ohne künstlichen Sauerstoff alle vierzehn Achttausender der Erde. Dabei gehörten seine Besteigungen immer zu den ersten 20 Besteigungen des jeweiligen Berges überhaupt. Im einzelnen sind dies:

Lage der Achttausender.
Jahr Berg (Gipfelhöhe in Meter)
1970 Nanga Parbat (8125)
1972 Manaslu (8163)
1975 Hidden Peak (Gasherbrum I) (8080)
1978 Mount Everest (8848), Nanga Parbat (8125)
1979 K2 (8611)
1980 Mount Everest (8848)
1981 Shishapangma (8027)
1982 Kangchendzönga (8586), Gasherbrum II (8034), Broad Peak (8051)
1983 Cho Oyu (8188)
1984 Hidden Peak (8080), Gasherbrum II (8034)
1985 Annapurna (8091), Dhaulagiri (8167)
1986 Makalu (8485), Lhotse (8516)

Besteigungen des Nanga Parbat [Bearbeiten]

Rupalwand des Nanga Parbat

Reinhold Messner unternahm insgesamt fünf Expeditionen zum Nanga Parbat. 1970 und 1978 erreichte er den Gipfel, 1971, 1973 und 1977 gelang ihm dies nicht, wobei er 1971 vornehmlich nach seinem Bruder suchte.

Rupalwand 1970 [Bearbeiten]

Im Mai und Juni 1970 nahm Reinhold Messner an der von Karl Herrligkoffer geleiteten Nanga-Parbat-Südwand-Expedition teil, die das Ziel hatte, die noch unbestiegene Rupalwand zu durchsteigen, die höchste Steilwand der Erde. Ebenfalls dabei war sein Bruder Günther. Am 27. Juni erreichten beide den Gipfel des Berges. Reinhold Messner war zunächst alleine vom letzten Hochlager gestartet, sein Bruder konnte aber zu ihm aufschließen. Da sie zu spät auf dem Gipfel standen, kamen sie nicht mehr ins letzte Hochlager zurück und mussten ein Notbiwak einlegen. Am nächsten Tag entschieden sie, dass es zu gefährlich wäre, über die Rupal-Wand abzusteigen (Günther Messner hatte vermutlich die Höhenkrankheit). Deshalb stiegen sie über die Diamir-Wand ab und führten so die erste Überschreitung des Nanga Parbat durch. Beim Abstieg kam Günther Messner ums Leben. Reinhold Messner kam nach sechs Tagen mit schweren Erfrierungen vom Berg herunter. Auf Grund dieser Erfrierungen, vor allem an den Füßen (Amputation von sechs Zehen), konnte er nicht mehr so gut im Fels klettern. Somit wandte er sich den höheren Bergen zu, wo es viel Eis gibt.[2]

Um den Tod des Bruders von Reinhold Messner ranken sich einige mysteriöse Mutmaßungen. Ehemalige Bergkameraden werfen Reinhold Messner vor, er habe über die Umstände des Todes seines Bruders Günther Messner nie die volle Wahrheit gesagt. Sie behaupten, Reinhold Messner habe seinen Bruder möglicherweise im Stich gelassen und alleine über den normalen Weg ins Lager zurückgeschickt, während Reinhold selbst den Aufstieg zum Gipfel alleine ging, um den Ruhm dafür zu ernten. Im Januar 2007 untersagte die Pressekammer des Landgerichts Hamburg Max von Kienlin 12 von 13 in Kienlins Buch Die Überschreitung aufgestellte, aber von ihm nicht ausreichend belegte Behauptungen.[3]

2005 wurde die Leiche von Günther Messner in der Nähe des Diamir-Basislagers in 4600 Metern Höhe gefunden. Messners Sprecher Naeem Khan sagte, sie habe zuvor in einer Höhe von siebentausend Metern gelegen und sei in den 33 Jahren mit den schmelzenden Schneemassen in den letzten zwei Jahren nach unten gespült worden. Die Leiche konnte zweifelsfrei anhand von DNA-Proben, Schuhen und Kleidung als Günther Messner identifiziert werden. Davor hatte Reinhold Messner behauptet, sein Bruder sei bis zum Wandfuß unterhalb von 5000 Metern bei ihm gewesen. Der Fund beweist zumindest, dass Günther Messner nicht über die Rupalseite abgestiegen ist. Es scheint auch widerlegt, dass Günther Messner während des ersten Biwaks der Gebrüder Messner in der Scharte oberhalb der Merkl-Rinne in 7800 Metern, wie vom Expeditionsleiter Karl Herrligkoffer behauptet, den Erschöpfungs- oder Höhentod gestorben ist. Ob der Sachverhalt allerdings jemals vollständig aufgeklärt werden kann, ist fraglich, da selbst der einzige mögliche Zeuge, Reinhold Messner, nicht mit Sicherheit den tatsächlichen Hergang des Geschehens schildern kann. Jedoch sprechen die neuen Erkenntnisse für die Auffassung Reinhold Messners, dass sein Bruder beim Abstieg auf der Diamirseite des Berges möglicherweise durch eine Lawine ums Leben kam. Die ehemaligen Bergkameraden sehen in den neuen Meldungen jedoch noch keinen Beweis für diese Version.

Solobesteigung 1978 [Bearbeiten]

Nach drei gescheiterten Expeditionen erreichte Reinhold Messner am 9. August 1978 über die Diamir-Wand erneut den Gipfel des Nanga Parbat. Dies war die erste Solo-Besteigung eines Achttausenders überhaupt. Dabei beging er sowohl im Auf- als auch im Abstieg eine neue Route.

Besteigung des Manaslu [Bearbeiten]

Im Jahr 1972 gelang Messner die Besteigung des Manaslu über die bis dahin noch völlig unbekannte Südwand des Berges, von der es nicht einmal Bilder gab. Vom letzten Hochlager an stieg er mit Franz Jäger zusammen, der aber vor Erreichen des Gipfels umdrehte. Kurz nach Erreichen des Gipfels änderte sich das Wetter und starker Nebel und Schneefall kamen auf. Zunächst verirrte sich Messner auf dem Rückweg, fand aber später den Weg zurück ins Hochlager, wo bereits Horst Fankhauser und Andi Schlick auf Messner und Jäger warteten. Jäger kam nicht zurück, obwohl man seine Rufe vom Lager aus hören konnte. Die Orientierung war zu schwer geworden. Fankhauser und Schlick begannen deshalb noch am Abend mit der Suche, aber auch sie verirrten sich und suchten zunächst Schutz in einer Schneehöhle. Messner selbst war nicht mehr in der Lage zu suchen. Am folgenden Tag kam nur Horst Fankhauser zurück. Andi Schlick hatte noch in der Nacht die Schneehöhle verlassen und sich ebenfalls verirrt. Somit hatte die Expedition zwei Tote zu beklagen. Später wurde Messner vorgeworfen, er hätte Franz Jäger nie allein den Berg hinabsteigen lassen dürfen.[2]

Besteigungen des Gasherbrum I [Bearbeiten]

Die Besteigung des Gasherbrum I stellte einen Meilenstein des Bergsteigens dar. Erstmals gelang es einer kleinen Expedition im Alpinstil einen Achttausender zu besteigen. Bis dahin waren alle Achttausender im Expeditionsstil bestiegen worden. Zusammen mit Peter Habeler gelang Messner 10. August 1975 damit die zweite Besteigung des Berges. Mit dieser Besteigung war Messner der erste Mensch überhaupt, der mehr als zwei Achttausender bestiegen hatte.

1984 erreichte Messner erneut den Gipfel, diesmal zusammen mit Hans Kammerlander. Dies geschah im Rahmen der bis heute einzigen Doppelüberschreitung zweier Achttausender (Gasherbrum I und II), d.h. sie stiegen zwischendurch nicht ins Basislager ab. Auch dies geschah im Alpenstil, also auch ohne vorheriges Anlegen von Depots.[2]

Besteigungen des Mount Everest [Bearbeiten]

Mount Everest, davor der Nuptse und rechts der Lhotse

Am 8. Mai 1978 stand Reinhold Messner zusammen mit Peter Habeler auf dem Gipfel des Mount Everest. Dies gelang ihnen als ersten Menschen überhaupt ohne die Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff. Vor dieser Besteigung war umstritten, ob dies überhaupt ohne gesundheitliche Folgeschäden möglich wäre. Messner und Habeler stiegen als Teilnehmer einer Expedition unter Wolfgang Nairz über die Südroute auf den Gipfel. Ebenfalls bei dieser Expedition dabei war Reinhard Karl, der als erster Deutscher den Gipfel (mit zusätzlichem Sauerstoff) erreichte.

Zwei Jahre später, am 20. August 1980, stand Messner erneut auf dem höchsten Berg der Erde. Auch dieses mal stieg er ohne zusätzlichen Sauerstoff. Er wählte für seine Solo-Besteigung die Nordroute zum Gipfel, wobei er oberhalb des Nordsattels in der Nordwand zum Norton-Couloir querte und diese Steilschlucht als Erster bis zum Gipfel durchstieg. Messner entschied sich während des Aufstiegs spontan für diese Route, um den ausgesetzten Nordostgrat zu umgehen. Vor dieser Alleinbegehung hatte er keine Lager auf dem Berg eingerichtet.[2]

Besteigung des K2 [Bearbeiten]

Der K2 vom Concordiaplatz gesehen

Für das Jahr 1979 plante Messner die Besteigung des K2 auf einer neuen, direkten Route durch die Südwand, die er „Magic Line" nannte. Die von Messner geleitete Kleinexpedition bestand aus sechs Bergsteigern, den Italienern Alessandro Gogna, Friedl Mutschlechner und Renato Casarotto, dem Österreicher Robert Schauer und dem Deutschen Michl Dacher sowie dem deutschen Journalisten Jochen Hoelzgen und der Ärztin Ursula Grether, die sich beim Anmarsch verletzte und von Messner und Mutschlechner nach Askole getragen werden musste. Aufgrund der Lawinengefahr in der ursprünglich geplanten Route sowie des Zeitverlusts beim Anmarsch entschied man sich für den Abbruzzengrat. Die Route wurde mit Fixseilen und Hochlagern ausgestattet, auf die Hilfe von Hochträgern und den Einsatz von Flaschensauerstoff wurde jedoch verzichtet. Am 12. Juli erreichen Messner und Dacher den Gipfel, danach verschlechtert sich das Wetter, die Versuche der anderen Teilnehmer scheitern.[4][5]

Besteigung des Shishapangma [Bearbeiten]

Während seines Tibetaufenthaltes im Rahmen des Everest-Alleingangs hatte Messner bereits Gelegenheit, den Shishapangma zu erkunden. Ein Jahr später errichtete Messner zusammen mit Friedel Mutschlechner, Oswald Oelz und Gerd Baur das Basislager auf der Nordseite des einzigen Achttausenders, der voll und ganz auf chinesischem Territorium steht. Zum Teil als Skibesteigung erreichten Messner und Mutschlechner am 28. Mai bei sehr schlechtem Wetter den Gipfel.[2][5][6]

Besteigung des Kangchendzönga [Bearbeiten]

Im Jahr 1982 wollte Messner – als erster Bergsteiger überhaupt – drei Achttausender in einem Jahr besteigen. Den Anfang plante er am Kangchendzönga, um danach noch den Gasherbrum II und den Broad Peak zu besteigen.

Messner hatte sich für eine neue Aufstiegsvariante in der Nordwand entschieden. Da zum Zeitpunkt der Expedition noch sehr viel Schnee lag, kamen Messner und Mutschlechner nur sehr langsam voran. Auf Grund der bergsteigerischen Schwierigkeiten waren die Bergsteiger gezwungen, Fixseile zu verwenden. Am 6. Mai standen Messner, Mutschlechner und Ang Dorje auf dem Gipfel. Dort erlitt Mutschlechner Erfrierungen an den Händen, später auch noch an den Füßen. Beim Biwakieren im Abstieg zerriss das Zelt von Messner und Mutschlechner, zudem erkrankte Messner. Er litt an einem Amöben-Abszess in der Leber, wodurch er sehr schwach wurde. Nur mit Hilfe von Mutschlechner schaffte er es wieder ins Basislager.[2]

Besteigungen des Gasherbrum II [Bearbeiten]

Nach der Kangchendzönga-Besteigung flog Mutschlechner zurück nach Europa, da die Erfrierungen behandelt werden mussten, und auch Messner brauchte Erholung. Somit konnten beide die Trilogie nicht wie geplant zu Ende führen. Messner konnte von seinem Amöben-Abszess in der Leber geheilt werden und reiste dann zum Gasherbrum II, den er dann nicht wie geplant über neue Routen überschreiten konnte. Dazu waren seine Seilgefährten S. Khan und N. Sabir nicht stark genug. Dennoch erreichten alle drei am 24. Juli im Sturm den Gipfel. Beim Aufstieg entdeckte Messner die Leiche eines zuvor verschollenen österreichischen Bergsteigers, den er zwei Jahre später bei der GI-GII-Überschreitung bestattete.[2]

Besteigung des Broad Peak [Bearbeiten]

Mit dem Broad Peak bestieg Messner den dritten Achttausender im Jahr 1982. Er hatte die einzige Erlaubnis zu diesem Zeitpunkt für eine Besteigung dieses Berges, dennoch kamen ihm Jerzy Kukuczka und Wojciech Kurtyka entgegen. Sie hatten eigentlich eine Erlaubnis zum Besteigen des K2 und nutzten die geografische Nähe aus, um auch den Broad Peak (illegal) zu besteigen. In frühen Schilderungen seiner Besteigung ließ Messner diesen Punkt aus, erst nach mehreren Jahren erwähnte er diese Begegnung. Messner selbst stand erneut zusammen mit S. Khan und N. Sabir am 2. August auf dem Gipfel. Der Aufstieg erfolgte mit einer Variante im Einstieg über den Normalweg.[2]

Besteigung des Cho Oyu [Bearbeiten]

Im Winter 1982/1983 versuchte Messner die erste Winterbesteigung des Cho Oyu. Er kam dabei auf etwa 7500m Höhe. Dort zwangen ihn die großen Schneemassen zur Umkehr. Bei dieser Expedition war erstmals Hans Kammerlander der Bergpartner von Messner. Wenige Monate später erreichte er über eine teilweise neue Route zusammen mit Kammerlander und Michl Dacher am 5. Mai den Gipfel.[2]

Besteigung der Annapurna [Bearbeiten]

Im Jahr 1985 gelang Messner die Besteigung der Annapurna. Über eine neue Route in der Nordwestwand erreichte er zusammen mit Kammerlander am 24. April den Gipfel. Ebenfalls bei dieser Expedition dabei waren Reinhard Patscheider, Reinhard Schiestl und Swami Prem Darshano, die den Gipfel nicht erreichten. Bereits bei Messners und Kammerlanders Besteigung war das Wetter nicht gut, denen beim Abstieg von den anderen dreien auf Grund von starken Schneefällen geholfen werden musste.[2]

Besteigung des Dhaulagiri [Bearbeiten]

Dhaulagiri Südwand

Bereits 1977 und 1984 hatte Messner die Besteigung des Dhaulagiri versucht, er scheiterte aber. Im Jahr 1985 hatte er Erfolg. Er stieg mit Kammerlander über den Normalweg (Nordostgrat). Nach nur drei Tagen Kletterei standen sie am 15. Mai in einem starken Gewitter auf dem Gipfel.[2]

Besteigung des Makalu [Bearbeiten]

Messner versuchte vier Mal, den Makalu zu besteigen. 1974 über die Südwand, 1981 am Südostgrat scheiterte er. Im Winter 1985/1986 versuchte Messner die Wintererstbesteigung des Makalu über den Normalweg. Auch diese gelang nicht. [2] Erst Februar 2009 wurde der Makalu erfolgreich von Simone Moro und Denis Urbko erstmals im Winter bestiegen.

Im Jahr 1986 schaffte Messner zusammen mit Kammerlander und Mutschlechner die Besteigung über den Normalweg. Obwohl sie bei dieser Expedition bereits zwei Mal am Berg umkehren mussten, standen sie beim dritten Anlauf am 26. September auf dem Gipfel. Bei dieser Expedition wurde Messner Zeuge des Todes von Marcel Rüedi, der mit dem Makalu den 10. Achttausender bestiegen hatte. Rüedi war auf dem Rückweg vom Gipfel und wurde von Messner und den anderen Bergsteigern beim Abstieg beobachtet. Er kam zwar langsam, aber scheinbar sicher voran. Der Tee zum Empfang war bereits gekocht, als Rüedi hinter einem Schneerücken verschwand und nicht mehr auftauchte. Er wurde kurze Zeit später tot aufgefunden.[2]

Besteigung des Lhotse [Bearbeiten]

Seinen letzten Achttausender, den Lhotse, bestieg Messner am 16. Oktober 1986 zusammen mit Hans Kammerlander über den Normalweg. Dabei hatten beide Bergsteiger mit dem starken Wind im Gipfelbereich zu kämpfen. Um noch in diesem Jahr und vor Wintereinbruch den Gipfel erreichen zu können, wurde das Lhotse-Basislager jedoch vom Makalu-Basislager aus direkt mit einem Helikopter angeflogen. Nur so konnte Messner als erster Mensch noch vor Jerzy Kukuczka alle 8000er erfolgreich besteigen.[7] Nach dieser Besteigung ist Messner nie mehr auf einem Achttausender gewesen.[2] 1989 leitete Messner eine europäische Expedition an der Südwand des Berges. Diese hatte zum Ziel, einen Weg durch die damals noch unbestiegene Wand zu finden. Messner selbst wollte allerdings nicht mehr aufsteigen. Auch blieb die Expedition erfolglos.[8]

Weitere Touren nach 1970 [Bearbeiten]

Weitere Punkte in Messners Leben [Bearbeiten]

Ötzi-Fundstelle

Seit den 1990er Jahren reflektiert Messner sein gelegentlich extremes Handeln und seine Planung ausführlich und öffentlich. Dies hat ihn, wie viele Extremsportler, zu einem gefragten Trainer bei Manager-Seminaren gemacht. Am 19. September 1991 war Messner mit Hans Kammerlander zufällig zugegen, als deutsche Bergwanderer, die Rentner Erika Simon und Helmut Simon aus Nürnberg, den so genannten „Ötzi", eine mumifizierte Leiche aus der Kupferzeit, im Eis des Similaungletschers in den Ötztaler Alpen entdeckten. Er selbst datierte sie bei der Freilegung zwei Tage darauf falsch auf das 18. Jahrhundert.

Messner engagierte sich schon seit den 1980er-Jahren für den Umweltschutz, 1999 wurde er als parteiloser Kandidat für die Grünen für fünf Jahre ins Europäische Parlament gewählt. Danach bewarb er sich für seine Wiederwahl statt bei der italienischen Grünen Partei bei den bayerischen Grünen, wurde dort aber nicht als Kandidat akzeptiert.

Das Messner Mountain Museum [Bearbeiten]

Hauptartikel Messner Mountain Museum

Ab 2003 arbeitete Messner an dem Projekt eines Bergmuseums.[9] Am 11.Juni 2006 eröffnete das Messner Mountain Museum (MMM), welches das Werden und Vergehen der Berge, die Kulturen im Himalaya-Gebiet und die Geschichte Südtirols in einem Museum vereint.

Plan MMM Firmian

Das MMM besteht aus dem zentralen Teil auf Schloss Sigmundskron, in welchem das Verhältnis zwischen Berg und Mensch im Mittelpunkt steht, sowie vier Zweigstellen, in denen Einzelthemen behandelt werden:

  • Das Schloss Juval widmet sich dem Thema der mystischen Berge, wie Kailash oder Ayers Rock und deren religiösen Dimensionen.
  • Das MMM auf dem Monte Rite (2181 Meter) widmet sich dem Thema Felsen, insbesondere den Dolomiten. Dabei wird die Erschließungsgeschichte der Dolomiten thematisiert. Es ist in einem alten Fort untergebracht.
  • Das vierte MMM befindet sich in Sulden am Ortler. Hier dreht sich alles um das Thema Eis. Dabei wird auf die Geschichte des Bergsteigens im Eis und die großen Gletschermassen der Erde eingegangen. Neben dem MMM befindet sich der Gasthof „Yak und Yeti".
  • Das fünfte MMM befindet sich noch in der Entwicklung. Es soll im Jahr 2010 auf Schloss Bruneck im Pustertal eröffnet werden. Neben der Darstellung der unterschiedlichen Bergvölker, wie Sherpa, Tibeter und Hunza, sollen jedes Jahr Gäste aus Bergregionen im Schloss über ihr Leben berichten.[10]

Einflüsse [Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben fühlt sich Messner von den Ideen von Max Stirner, Friedrich Nietzsche, Yogi Milarepa, Goethe und Christoph Ransmayr beeinflusst.[11]

Publikationen [Bearbeiten]

  • Zurück in die Berge. Athesia, Bozen 1970.
  • Die rote Rakete. Nymphenburger, München 1971.
  • Aufbruch ins Abenteuer. Athesia, Bozen 1972.
  • Sturm am Manaslu. BLV, München 1972.
  • Der siebte Grad. BLV, München 1973, ISBN 3-405-11261-3
  • Die Extremen. BLV, München 1974.
  • Klettersteige I – Dolomiten. Athesia, Bozen 1974.
  • Bergvölker der Erde. Athesia, Bozen 1975.
  • Arena der Einsamkeit. Athesia, Bozen 1976.
  • Die Herausforderung. BLV, München 1976.
  • Die grossen Wände. BLV, München 1977.
  • Klettersteige II – Ostalpen. Athesia, Bozen 1978.
  • Grenzbereich Todeszone. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1978, ISBN 3-4620-1293-2.
  • Everest – Expedition Zum Endpunkt. BLV, München 1978, ISBN 3-4051-2088-8.
    • Neuauflage: Mount Everest. Expedition zum Endpunkt. Frederking & Thaler, München 2008, ISBN 978-3-89405-857-9
  • Alleingang Nanga Parbat. BLV, München 1979.
  • Die Alpen (Sigloch-Edition, Künzelsau), 1979.
  • K2 – Berg der Berge. BLV, München 1980.
  • Der gläserne Horizont. BLV, München 1982, ISBN 3-4051-2594-4.
    • Neuauflage: Everest Solo – Der gläserne Horizont. S. Fischer, Frankfurt 2000, ISBN 3-1004-9413-X.
  • Mein Weg. Goldmann, München 1982.
  • Alle meine Gipfel. Herbig, München 1982, ISBN 3-7766-1223-1.
  • Bezwungene Gipfel. Herbig, München 1982.
  • 3 x 8000 – Mein Großes Himalayajahr. Herbig, München 1983, ISBN 3-7766-1281-9.
  • Bergsteiger werden mit Reinhold Messner. BLV, München 1984, ISBN 3-4051-2814-5.
  • Reinhold Messners Lesebuch. Bruckmann, München 1985, ISBN 3-7654-1984-2. [12]
  • Wettlauf zum Gipfel. Herbig, München 1986, ISBN 3-7766-1398-X.
  • Freiklettern mit Paul Preuss. BLV, München 1986, ISBN 3-4051-3128-6.
  • Überlebt – Alle 14 Achttausender. BLV, München 1987, ISBN 3-4051-3416-1.
  • Göttin des Türkis. Bergverlag-Rother, München 1988, ISBN 3-7633-7010-2.
  • Meine Dolomiten. Herbig, München 1989, ISBN 3-7766-1545-1.
  • Die Option. Piper, München Hrsg. 1989, ISBN 3-4920-3290-7.
  • Die schönsten Gipfel der Welt. Sigloch-Edition, Künzelsau 1989, ISBN 3-8939-3060-4.
  • Die Freiheit aufzubrechen wohin ich will. Piper, München 1989, ISBN 3-4920-3354-7.
  • Antarktis – Himmel und Hölle zugleich. Piper, München; S. Fischer, Frankfurt.
  • Bis ans Ende der Welt. BLV, München 1990, ISBN 3-4051-4032-3.
  • Rund um Südtirol. (Piper, München 1993, ISBN 3-4920-3562-0.
  • Alle meine Gipfel II. Herbig, München 1993, ISBN 3-7766-1780-2.
  • Berge versetzen – Das Credo eines Grenzgängers. BLV, München 1993, ISBN 3-4051-4561-9.
  • 13 Spiegel meiner Seele. Piper, München 1994, ISBN 3-4922-3998-6.
  • Nie zurück. BLV, München 1996, ISBN 3-4051-5002-7.
  • Berg Heil – Heile Berge? BLV, München 1997, ISBN 3-4051-5250-X.
  • Hermann Buhl. Steiger, München, Hrsg. 1997; As, Zürich, Hrsg. 2003.
  • G I und G II – Herausforderung Gasherbrum. BLV, München 1998, ISBN 3-4051-5465-0.
  • Yeti – Legende und Wirklichkeit. S. Fischer, Frankfurt 1998, ISBN 3-5961-4737-9.
  • Mallorys Zweiter Tod. BLV, München 1999, ISBN 3-4051-5840-0.
  • Eugen Guido Lammer. Steiger, München, Hrsg., 1999.
  • Annapurna. BLV, München 2000, ISBN 3-4051-5769-2.
  • Die grossen Wände. BLV, München 2000, ISBN 3-4051-5981-4.
  • Bergvölker. BLV, München 2001, ISBN 3-4051-6206-8.
  • Reinhold Messners Philosophie. Hrsg. von Volker Caysa und Wilhelm Schmid, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-5181-2242-8.
  • Rettet die Alpen. Piper, München 2002, ISBN 3-4922-3557-3.
  • Der nackte Berg – Nanga Parbat – Bruder, Tod und Einsamkeit. Malik, München 2002, ISBN 3-8902-9211-9.
  • Nanga Parbat – Der Schicksalsberg. Vortrag, AUDIOBUCH Verlag, Freiburg 2004, ISBN 3-89964-076-4.
  • Dolomiten – Die schönsten Berge der Welt. C.J. Bucher, München 2002, ISBN 3-7658-1312-5.
  • Berge. Herbig, München 2002, ISBN 3-7766-2281-4.
  • Vertical – 100 Jahre Kletterkunst. BLV, München 2002.
  • Everest – Himmel, Hölle, Himalaja. Vortrag, AUDIOBUCH Verlag, Freiburg 2002, ISBN 3-933199-87-5
  • Mallorys zweiter Tod – Das Everest Rätsel und die Antwort. Piper, München 2002.
  • Mount Everest – Expeditionen zum Endpunkt. BLV, München 2003, ISBN 3-4051-2088-8.
  • Die weisse Einsamkeit – Mein langer Weg zum Nanga Parbat. Malik, München 2003, ISBN 3-4922-4186-7.
  • K2 Chogori – Der Große Berg. Frederking & Thaler, München 2004, ISBN 3-8940-5629-0.
  • König Ortler. BLV, München 2004.
  • Reinhold Messner – Mein Leben am Limit zusammen mit Thomas Hüetlin. Malik, München 2004, ISBN 3-8902-9285-2.
  • Am Limit. Vortrag, AUDIOBUCH Verlag, Freiburg 2006, ISBN 3-89964-158-2.
  • Gobi – Die Wüste in mir. S. Fischer, Frankfurt 2005, ISBN 3-10-049415-6.
  • Reinhold Messner – Mein Weg. Frederking & Thaler, München 2006, ISBN 3-89405-243-0.
  • Diamir – König der Berge. Schicksalsberg Nanga Parbat. Frederking & Thaler, München 2008, ISBN 978-3-89405-708-4
  • Annapurna. Expeditionen in die Todeszone. Frederking & Thaler, München 2008, ISBN 978-3-89405-859-3
  • Sturm am Manaslu. Drama auf dem Dach der Welt. Frederking & Thaler 2008, ISBN 978-3-89405-858-6
  • Vertical – 150 Jahre Kletterkunst, BLV Buchverlag, München 2008, ISBN 3-8354038-0-X

Filmographie [Bearbeiten]

  • „Gasherbrum – der leuchtende Berg." Regie: Werner Herzog, 1984. Film über Messner und Kammerlander und ihre Doppelüberschreitung von Gasherbrum II und Gasherbrum I.
  • „‚Ich bin selber ein Halbnomade'. Mit Reinhold Messner in der mongolischen Steppe." Dokumentation, 45 Min., ein Film von Elke Werry, Produktion: SWR, Erstsendung: 29. Januar 2006, Inhaltsangabe des SWR und hier
  • „Messners Alpen." Dreiteiliger Dokumentarfilm, produziert vom SWR.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Offizielle Seite von Reinhold Messner
  2. a b c d e f g h i j k l m n Messner, Reinhold: Überlebt – Alle 14 Achttausender mit Chronik BLV, München 2002
  3. „Buch zum Tod des Bruders – Reinhold Messner siegt vor Gericht", dpa / Die Welt, 26. Januar 2007
  4. Messner, Reinhold/Gogna, Alessandro: K2 – Berg der Berge. BLV, München 1980.
  5. a b Messner, Reinhold: Alle meine Gipfel. Herbig, München 1983.
  6. Eintrag im AAJ Online
  7. persönliche Mitteilung eines damals anwesenden Sherpa
  8. Kammerlander, Hans: Bergsüchtig. Piper, München 2001, 6. Auflage (S.81ff)
  9. Thomas Kunze: Messners 15. Achttausender, Berliner Zeitung, 8. Juli 2006
  10. Homepage des MMM
  11. Live-Chat, National Geographic, Transkript vom 2. März 2000
  12. Auszug

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